Geschichte zur Feuerwehr Sarnau

St. Florian - Schutzpatron aller Feuerwehren

Das Feuerlöschwesen in früherer Zeit

Neue Verordnung zur Brandbekämpfung

Die Spritzengemeinschaften im "Amt Wetter"

Die neue Feuerspritze und die Pflichtfeuerwehr

Freiwillige Feuerwehr Sarnau

Ein Leben für die Freiwillige Feuerwehr

Heinrich Jung, Sarnau - Gründer der Jugendfeuerwehr Sarnau

Weitere diverse Beiträge

Sautrogrennen auf der Lahn

Der "Heilige Florian" am Feuerwehrhaus

Übergabe der neuen Standarte

Kreisfeuerwehrverbandstage

 

St. Florian - Schutzpatron aller Feuerwehren

 

Der heilige Florian, Helfer in Wasser und Feuersnöten, war ein römischer Oberst mit dem Namen "Floranus".

Er lebte und wirkte zu Beginn des 4. Jahrhunderts in einer römischen Garnison nördlich der Alpen. Florian war Vorstand der Kanzlei des römischen Stadthalters Aquilinus, der mit der Zivilverwaltung im Raum östlich des Inn und südlich der Donau zwischen Passau und Wien beauftragt war.

Als Florian verhafteten Christen in Lorch an der Enns beistehen wollte, wurde er selbst verhaftet. Am 4. Mai 304 wurde er auf dem Scheiterhaufen gefoltert und anschließend, mit einem sehr großen Stein beschwert, in der Enns ertränkt.

Dadurch sollte jede Erinnerung an ihn ausgelöscht werden. Man hatte schon mit einer Verehrung an seinem Grab gerechnet, aber ein Märtyrergrab von ihm sollte es nicht geben. Der Leichnam wurde trotzdem gefunden, seine letzte Ruhestätte ist im Kloster St. Florian Linz, Oberösterreich.

 

 

 

 

Das Feuerlöschwesen in früherer Zeit

 

Die Brandgefahr war früher weitaus größer als heute. Alle Dächer waren mit Stroh gedeckt und die Häuser aus Holz und Lehm gebaut, so war im Brandfall alles schnell ein Raub der Flammen.

Die Brandursachen lagen meistens an der damaligen Bauweise und Einrichtung der Häuser. Da gab es die offenen Feuerstellen, die gleichzeitig den Wohnraum erhellten und somit als Beleuchtung dienten. Dann der offene Rauchabzug, in dem auch geräuchert wurde. In den Ställen und Scheunen wurde mit offenem Feuer geleuchtet (Kienspan bzw. Fackel).

Die Angst bei der Bevölkerung war groß, nicht selten brannten Häuser, Höfe oder gar ganze Dörfer ab. Auch Städte legte das Feuer in Schutt und Asche. So brannte Marburg in den Jahren 1261 und 1369 ab, Frankenberg 1476, Gemünden 1583. Die Stadt Wetter wurde am Ostersonnabend im Jahre 1649 vom Feuer vernichtet. Morgens um 10 Uhr brach bei einem Bäcker in der Altstadt das Feuer aus und nachmittags um 16 Uhr waren von der Stadt nur noch rauchende Trümmer zu sehen; von 400 Häusern blieben nur 4 vom Feuer verschont.

Schon im Jahr 1524 gab Landgraf Philipp von Hessen eine Verfügung heraus, dass die Häuser nicht mehr mit Stroh, sondern mit Ziegeln gedeckt werden sollten. Mit staatlicher Hilfe wurden in Gemünden und Rauschenberg die ersten Ziegelhütten gebaut und im Jahr 1545 in Betrieb genommen.

Die Entwicklung der Ziegeleindeckung dauerte sehr, sehr lange, die Ziegel waren knapp und teuer, obwohl von staatlicher Seite jeder  vierte Ziegel bezahlt wurde, um die Eindeckung mit Ziegeln zu fördern. An manchen Orten wurde sogar jeder dritte Ziegel bezahlt.

Als 1838 der alte "Pauls Hof" und die daneben stehende Schule in Sarnau abbrannten, waren diese Gebäude noch alle mit Stroh gedeckt.

 

 

 

 

Neue Verordnung zur Brandbekämpfung

 

1739 gab Landgraf Friedrich von Hessen eine neue Feuerverordnung heraus:

Neu erbaute Häuser durften nur noch mit einer Sondergenehmigung mit Stroh gedeckt werden.

In den Häusern mussten durchgehende Schornsteine angelegt werden.

Futtervorräte, wie Heu und Stroh, sollten nicht an feuergefährlichen Stellen lagern.

Glühende Asche und Feuerstellen mussten mit eisernen Platten oder Steinen sicher abgedeckt werden.

Tabakrauchen und offenes Feuer in den Ställen und Scheunen wurde verboten.

Jeder Hausbesitzer musste eine mit Glasscheiben umschlossene Laterne haben und einen ledernen Wasserfeuereimer zur Verfügung stellen.

Es wurden auch Übungen abgehalten, um dem Umgang mit den Gerätschaften zu erlernen. Hierzu gehörten Spritzen, Hacken, Feuerhaken, Feuerleitern und lederne Wasserfeuereimer. Diese Sachen mussten von den Gemeinden angeschafft und leicht zugänglich aufbewahrt werden.

Bei Feueralarm hatten alle wehrfähigen Männer zwischen 20 und 45 Jahren am Brandherd zu erscheinen. Auch die Frauen halfen, jede Hand wurde gebraucht. Von der Wasserstelle bis zum Brandherd bildete man Menschenketten, sie reichten die mit Wasser gefüllten Lederfeuereimer von Hand zu Hand zur Brandstätte und die leeren Eimer wieder zurück zur Wasserstelle.

Um 1780 musste bei Einheirat oder Zuzug in die Gemeinde, neben dem Einzugsgeld auch ein lederner Wasserfeuereimer mitgebracht oder bezahlt werden.

Mit der Wasserbeschaffung im Brandfall hatte Sarnau Glück, außer aus den vielen vorhandenen Schöpfbrunnen, konnte das Wasser auch aus der nahen Lahn und dem Mühlgraben entnommen werden, eine sonst vorgeschriebene Zisterne war hier nicht nötig.

1775 wurden unter den Sarnauer Gemeindegütern aufgeführt:

                        2   Feuerleitern

                        2   Feuerhaken

                        16  Ledereimer

                        16  Laternen

 Mit der Anschaffung einer geforderten Spritze waren manche Gemeinden überfordert. Es war einfach kein Geld da für eine so kostspielige Anschaffung. So schlossen sich damals immer einige Dörfer zusammen und bildeten eine Spritzengemeinschaft. Jeder dazu gehörende Ort zahlte einen Teil zur Anschaffung einer neuen Spritze und jedes Jahr einen Beitrag zur Erhaltung derselben. Diese "Amtsfeuerspritze" befand sich in Göttingen; Sarnau gehörte zu dieser Spritzengemeinschaft.

 

 

 

 

Die Spritzengemeinschaften im "Amt Wetter"

 

1775 befanden sich im "Amt Wetter" vier Feuerwehrspritzen und vier Spritzenhäuser zu deren Aufbewahrung.

Bei den Spritzen handelte es sich um Fahrspritzen mit Schwanenhals und Schlaucheinrichtung. Die Standorte waren Wetter, Amönau, Münchhausen und Göttingen.

Die Neuanschaffungen der Spritzen und die Erbauung der Spritzenhäuser wurde von allen Gemeinden im Amt Wetter mitfinanziert. So zahlte Sarnau 1843 zum Amtsfeuerspritzenhaus in Münchhausen einen Beitrag von 7 Talern und 14 Silbergroschen zu den Steinarbeiten.

Zu der Feuerspritze in Göttingen gehörten die Gemeinden Göttingen, Niederwetter, Oberrosphe, Unterrosphe, Deutsch Todenhausen, Sarnau und Sterzhausen.

Sarnau zahlte im Jahr 1783 an den Amtsvorsteher Spenner in Göttingen für die neue Spritze

                                               25 Gulden  und     9 Albus

und 1786 noch mal                     27 Gulden  und    16 Albus

insgesamt:                                     52 Gulden und   25 Albus.

 

Die laufenden Beiträge zur Amtsfeuerspritze betrugen zum Beispiel in den Jahren:

1835     1 Gulden, 13 Albus und 8 Heller

1846     1 Taler, 7 Silbergroschen und 5 Heller.

1855 wurde von der Obrigkeit gefordert, dass möglichst jede Gemeinde eine Feuerspritze haben sollte. Alle Gemeinden wehrten sich verzweifelt mit zahlreichen Eingaben an die "Kurfürstliche Polizei Direktion in Marburg", immer die allgemeine Armut hervorhebend.

So schrieb auch unser Bürgermeister am 31.12.1855 im Auftrag des Gemeinderates:

Die Gemeinde Sarnau gehört zum Amt Wetter und hat dort sämtliche Spritzen und Spritzenhäuser mitangeschafft bzw. erbauen helfen, wir zahlen alljährlich Amtsfeuerspritzenkosten und stellen zu der ganz nahgelegenen Feuerspritze in Göttingen 4 Mann zur Löschung.

Da hiesige, ganz arme und kleine Gemeinde keine eigene Feuerspritze wegen gänzlichem Mangel an Geld anschaffen, auch wohl keine nähere Spritze als die in Göttingen haben kann, so bitte ich, uns in dem Spritzenverband des "Amtes Wetter" zu belassen.

                                   Bürgermeister Peter

 

Bürgermeister Mengel aus Goßfelden schrieb zur gleichen Zeit an die zuständige Behörde, dass der Vorschlag, mit Sterzhausen und Sarnau eine Spritzengemeinschaft zu bilden, gescheitert sei. Sarnau und Sterzhausen wollten beim Amt Wetter bzw. Göttingen bleiben. Die Gemeinde Goßfelden allein sei zu arm, sich eine Feuerspritze anzuschaffen.

Im Frühjahr 1864 kam eine neue Auflage der "Fürstlichen Regierung" zur Spritzenbeschaffung. Bürgermeister Ebert von Sarnau schrieb in einem Brief vom 29.03.1864 an die "Kurfürstliche Polizei Direktion" in Marburg, dass Sarnau "feuerspritzenmäßig" voll abgedeckt sei.

An höherer Stelle war man aber nicht der gleichen Meinung. Auf erneutes Drängen der Regierung musste unser Bürgermeister wieder zur Feder greifen und die Sachlage aufklären:

                                   Sarnau, d. 21. Juli 1864

 

Die hiesige Gemeinde ist nicht imstande, eine eigene Feuerspritze anzuschaffen, da dieselbe die Mittel dazu nicht besitzt, auch sind in hiesigem Feuerspritzenverband soviel Feuerspritzen, die hinreichend genug sind, um einen Brand, der vorkommt, zu löschen. Auch will sich die hiesige Gemeinde nicht aus dem bestehenden Verband herausbegeben, sondern derselben so behaupten und festhalten wie derselbe seit seinem Bestehen bestanden hat.

                                   Bürgermeister Ebert

 

Es nützte alles nichts - der Druck "von oben" verstärkte sich - Strafe wurde angedroht.

Die Gemeinde versuchte erneut in einem Brief vom 5. August 1864 ihre Lage zu erklären. Durch die Kosten für den Schul- und Kirchenbau wären die Schulden der Gemeinde auf beinahe 1.000 Taler angewachsen, dazu kämen die Kosten für den Wasserbau, der sich jährlich auf 100 bis 200 Taler belaufen würde, und in der Gemeinde befänden sich lauter unbemittelte Leute, 3/4 gingen auf Tagelohn, um ihr Brot zu verdienen.

Auf eine neue Verfügung vom 27. Oktober 1864 folgte wieder eine Ablehnung der Gemeinde. Der Gemeindeausschuss von Sarnau teilt durch den Bürgermeister der Regierung mit, dass sie gegen jeden Zwang gerichtliche Klage erheben werde, wegen der unnötigen Kosten. Im Gemeindeausschuss waren zu dieser Zeit folgende Herren: Jakob Peter, Johannes Hamel, Johannes Laatz II, Henrich Nau, Johannes Boßhammer II, Johannes Laatz I, Johannes Hämer, Johannes Briel, Henrich Rausch, Andreas Lemp, Heinrich Schmidt I und Jakob Ruppersberg.

Daraufhin musste die Gemeinde sämtliche Ein- und Ausgaben schriftlich in Marburg vorlegen. Sie wurden geprüft und festgestellt, dass die Gemeinde Sarnau imstande sei, sich eine neue Spritze anzuschaffen.

1865 ging das Gerangel weiter. Die Gemeinde Sarnau fragte an, ob sie nicht eine preiswerte gebrauchte Spritze haben könnte. Wenn die Spritzengemeinschaften aufgelöst würden, könnte man doch von dort eine Spritze bekommen. Die Standortgemeinden behielten aber diese Spritzen für sich. Der anteilige bezahlte Betrag wurde der Gemeinde Sarnau zurückerstattet.

 

 

 

 

Die neue Feuerspritze und die Pflichtfeuerwehr

 

Im Dezember 1865 wurde ein Vertrag über die Anfertigung einer neuen Feuerspritze zwischen der Gemeinde Sarnau und dem Kupferschmied J. Klee zu Marburg abgeschlossen, mit folgendem Inhalt:

1. Folgende Spritze besteht aus einem zweirädrigen Wagen

    mit eisernen Achsen, 60 Fuß Hanfschlauch aus zwei

    Teilen, für den Preis von 150 Taler.

2. Folgende Spritze wird nach eingereichter Zeichnung nebst Preiskurant  geliefert.

3. Leiste ich für die Spritze 3 Jahre Garantie und die Zahlung folgt bei Lieferung die Hälfte, die zweite

    Hälfte wird mit 5 Prozent von Hundert verzinst.

4. Und muss die Spritze bis Ende August 1866 geliefert werden.

                                   Unterschriften des Kupferschmieds Klee, Marburg

                                              und die Gemeinde Sarnau   (alle Gemeindsmänner)

 

Der vereinbarte Liefertermin wurde nicht eingehalten. Entweder war die Spritze noch nicht fertig, oder die Gemeinde Sarnau hatte die benötigten 75 Taler noch nicht beisammen.

Am 29. Juli 1867 geht von der Gemeinde Sarnau ein Schreiben an die "Königliche Polizei Direktion" in Marburg:

Die Gemeinde Sarnau ist willens künftigen Sonnabend den 3. August 1867, morgens 2 Uhr, die Feuerspritze von Herrn Kupferschmied Klee in Marburg in Empfang zu nehmen, unter Probeablegung und Anweisung des Heinrich Nau von hier als Spritzenmeister.

                                               Bürgermeister Ruppersberg

 

Die Männer der schon bestehenden Pflichtfeuerwehr mussten Lehrgänge absolvieren, um die Spritze bedienen zu können. Spritzenmeister war 1867 Heinrich Nau von Sarnau.

Für die neue Spritze wurde 1867/68 ein Spritzen- und Leiternhaus gebaut. Die Kosten betrugen laut Rechnungsunterlagen für den Maurer, das Holz und die Dachdeckerarbeiten insgesamt 12 Taler und 20 Silbergroschen. Das Spritzenhaus stand in der Nähe von Tuchplatz und Denkmal.

 

 

 

 

Freiwillige Feuerwehr Sarnau

 

"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr"

Nach mündlicher Überlieferung ist die "Freiwillige Feuerwehr Sarnau" im Jahr 1921 gegründet worden. (Gründungsmitglied und Ehrenortsbrandmeister Heinrich Dersch, starb 1985 im Alter von 97 Jahren.)

1927 bekam Sarnau eine neue Motorfeuerspritze, es war die erste Motorspritze in Stadt und Landkreis Marburg. Sie wurde geliefert von der Firma E.C. Flader aus Jöhstadt in Sachsen.

Am 23. März 1927, vormittags um 10 Uhr, fand die Abnahme und Probe in Sarnau statt. Anwesend waren der Kreisbrandmeister Eckhard aus Marburg, der Bezirksbrandmeister Bürgermeister Jung von Goßfelden, der Sarnauer Bürgermeister Wiederhold, der Ortsbrandmeister Nau und die Männer der Feuerwehr Sarnau.

Bei der neu angeschafften Spritze handelte es sich um die Motorspritze Marke "Siegerin", auf einem zweirädrigen Transportwagen; die Spritze hatte ausziehbare Tragarme. Um das Wasser aus der Lahn zu entnehmen, waren 300 Meter Schlauchmaterial mitgeliefert worden. Bei freiem Auslauf schaffte sie 620 Liter in der Minute, mit einer Strahlenhöhe von 38 Meter.

Die neue Motorspritze kostete 4.316,50 RM. Von der Hessischen Brandversicherungsanstalt erhielt die Gemeinde einen Zuschuss von 1.439,- RM, außerdem eine Kreisbeihilfe aus der Kreiskommunalkasse von 500,- RM.

Die restlichen Kosten wurden durch den Verkauf von  drei Bauplätzen gedeckt. Angeschafft wurde noch ein Trockengestell, ein Schlauchtrockenautomat und verschiedene Ausrüstungsstücke für 339,- RM. Die Instandsetzung des Spritzenhauses kostete 80,- RM.

An Feuerlöschgeräten waren nun vorhanden:

            1 Motorspritze

            1 Druckspritze

            1 Anstell-Leiter

            1 Haken-Leiter

            300 Meter Schlauchleitung

            2 Schlauchhaspeln

            2 Stahlrohre

            2 Einreißhaken

            6 Äxte und Pickel und Fackeln

Noch im gleichen Jahr (1927) kam die Sarnauer Motorspritze bei dem Brand des Landgrafenhauses in Marburg zum Einsatz. Für besondere Verdienste bei dieser Brandbekämpfung bekam Sarnau 100,- RM aus der Universitätskasse, die für Ergänzung der Ausrüstung verwendet wurden. Nach diesem Brand bekam auch Marburg eine Motorspritze.

Am 24. Februar 1928 wurde der Verein umorganisiert und in strafferer Form weitergeführt. Die Feuerwehrmänner bekamen eine einheitliche Uniform. Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt 25 Mitglieder. Schriftführer war Heinrich Dammshäuser (Pauls), sein Stellvertreter Georg Weber (Schlipps), Kassierer Wilhelm Ebert (Mertes). Als "Kommandant" wurde Alexander Opper gewählt. Der ebenfalls anwesende Kreisbrandmeister Eckhard schlug einen Jahresbeitrag von 1,- RM vor, der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

 

Neu eingekleidete Sarnauer Feuerwehrleute im Jahre 1928, mit der ersten Motorspritze in Stadt und Landkreis Marburg.

 

Die Beitragszahlung machte allerdings Schwierigkeiten, die Beiträge wurden oft nur mit Pfennigbeträgen eingezahlt. Im Jahr 1931 gab es einen Beitragsrückstand von 7,50 RM. Die Mitglieder wurden aufgefordert, die Restbeträge zu zahlen oder aus dem Verein auszuscheiden. Es war eine sehr arme, von Arbeitslosigkeit geprägte Zeit.

1932 waren die Beitragsrückstände auf 7,20 RM zurückgegangen. Daniel Hämer hatte jetzt das Amt des Schriftführers übernommen.

Am 8. Februar 1933 wurde Georg Weber als "Kommandant" gewählt, Alexander Opper war sein Stellvertreter. Johann Weide war zu dieser Zeit Bürgermeister.

1937 erhielt die Sarnauer Feuerwehr einen PKW als Zug- und Mannschaftstransportwagen.

 

Originalschrift aus dem Buch des damaligen Schriftführers Daniel Hämer

 

Während des 2. Weltkrieges war  Heinrich Dersch (Ferickes) Ortsbrandmeister. Die Feuerwehr setzte sich aus Männern zusammen,  die wegen ihres Alters keinen Kriegsdienst mehr leisten konnten.  Nach dem schweren Bombenangriff auf Kassel wurde die Sarnauer Feuerwehr zu Aufräumungsarbeiten dort eingesetzt.

 

Ehrenbrandmeister Heinrich Dersch erhält die goldene Ehrennadel von dem Vorsitzenden Jost Boßhammer, anlässlich der 60. Jubiläumsfeier 1981.  

 

1946 bekam die Freiwillige Feuerwehr Sarnau einen neu instandgesetzten PKW (Baujahr 1937).

Der PKW vor dem neuen Gerätehaus in der Rosenstraße, 1954

 

 

 

 

Ein Leben für die Freiwillige Feuerwehr

Nach dem Kriegsende wurde die Freiwillige Feuerwehr Sarnau wieder ins Leben gerufen. Einer dieser ersten Wehrmänner war auch Herr Jost Boßhammer, der dem Aufruf des Bürgermeisters, Herrn Kaspar Brunnet folgte, um die Gewährung des Brandschutzes in der im Wiederaufbau begriffenen Gemeinde zu garantieren.

Bei der ersten Zusammenkunft im Frühjahr 1946 wurde Herr Jost Boßhammer einstimmig zum Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Sarnau gewählt. Er übernahm diese Funktion von dem derzeitigen Orts- und heutigen Ehrenortsbrandmeister Herrn Heinrich Dersch.

Nach Absolvierung der obligatorischen Feuerwehrlehrgänge wurde Herr Jost Boßhammer im August 1948 von der Gemeinde zum Ortsbrandmeister ernannt. Neben seiner Tätigkeit als Ortsbrandmeister nahm er von 1949 bis 1971 die Funktionen als Bezirksbrandmeister im ehemaligen Bezirk II (oberes Lahntal) wahr.

Nach der Einrichtung von Seiten des Landkreises in Stützpunktbezirke wurde er am 1. Januar 1971 zum Kreisbrandmeister ernannt und übernahm den Stützpunktbezirk II Wetter. Er übte dieses Amt bis zum 27. Januar 1976, bis zur Durchführung der Gebietsreform aus.

Nach dem Zusammenschluss von Goßfelden und Sarnau zu Lahnfels wurde Jost Boßhammer am 24. November 1972 zum Ortsbrandmeister ernannt. Dieses Amt übte er bis zum Zusammenschluss der Gemeinde Lahntal in 1975 aus.

Danach war er Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Sarnau und gleichzeitig stellvertretender Ortsbrandmeister. Am 1. Januar 1980 schied Herr Jost Boßhammer aus Altersgründen nach 34 Jahren aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus.

Lahntal-Sarnau, 22. Januar 1980

(Jung)

Wehrführer

 

Ehrung von Jost Boßhammer für 50-jährige Mitgliedschaft

 

Beim Fest zum 60-jährigen Bestehen der FFW Sarnau verleiht Dr. Christean Wagner den Ehrenbrief des Landes Hessen an 

Jost Bosshammer

 

Ehrenvorsitzender Jost Boßhammer, Ehrenmitglied Bernhard Müller, Werner Merte und Heinrich Jung

 

 

 

 

Heinrich Jung, Sarnau - Gründer der Jugendfeuerwehr Sarnau

 

Ehrenmitglied Heinrich Jung ist ab 1948 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Sarnau.

Im Jahr 1967 gründete er die Jugendfeuerwehr und sorgte so für den dringend benötigten Nachwuchs der Wehr. Als Jugendfeuerwehrwart betreute er die Jugendfeuerwehr bis 1980. Im gleichen Jahr übernahm er das Amt des Wehrführers aus den Händen von Jost Boßhammer und führte es bis zu seiner Verabschiedung aus dem aktiven Dienst im Jahre 1990.

Wehrführer Heinrich Jung (Bildmitte) wurde 1990 aus dem aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Sarnau verabschiedet.

 

 

 

 

Weitere diverse Beiträge

 

Feuerwehrfest in Sarnau Anfang der 60iger Jahre, im Hintergrund die alte Kirche.

 

 

Osterübung an der Getreidehalle, Heinrich Jung und Berthold Wiederhold.

 

 

Ehren-Kreisbrandinspektor Phillip Köster und Ehrenortsbrandmeister Heinrich Dersch im Festzug 1975.

 

 

Kreisfeuerwehrverbandstag 1975 - Abmarsch vom Kriegerdenkmal.

 

 

Dienstversammlung beim Kreisfeuerwehrverbandstag 1975.

 

 

Kreisbrandinspektor Heinrich Stenner, Ehren-Kreisbrandinspektor Phillip Köster, Vizebürgermeister Werner Reinl und Ortsbrandmeister Hans Becker.

 

 

 

 

Sautrogrennen auf der Lahn

 

 

Sautrogrennen ist fast schon Tradition

Was zum 25-jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr Sarnau begann, wird seitdem jährlich mit wachsender Begeisterung am 01. Mai begangen.

 

Aus der Bildzeitung - Frankfurt vom 02. Juni 1995.

 

 

Bilder vom ersten Sautrogrennen im Jahre 1992.

 

 

 

 

 

Der "Heilige Florian" am Feuerwehrhaus

 

1996 malte Egon Dürfeldt der Freiwilligen Feuerwehr Sarnau den “Heiligen Florian” als Lüftlmalerei an das Feuerwehrhaus.

Ein echter Dürfeldt als Kunstwerk für Sarnau.

 

 

 

 

Übergabe der neuen Standarte

 

Übergabe der neuen Standarte

Zum 75. Jubiläumsfest wurde unserer Wehr die neue Standarte überreicht.

Durch Spendenaktionen, Sammlungen und Annoncengelder im Zeitraum von 1992 bis 1996 wurde die Finanzierung der neuen Standarte, durch den großen Einsatz des 1. Vorsitzenden Manfred Ebert, gesichert.

Die neue Standarte ist in Freud´und Leid mit ihrer Feuerwehr immer bereit.

 

 

 

 

 

 

Kreisfeuerwehrverbandstage

 

1975

1996

2002